• Grappa

    Der italienische Tresterbrand Grappa genießt ein gemischtes Ansehen. Viele denken, bei Grappa an den akzeptablen, aber nicht Aufsehen erregenden Schnaps, den man in der Stamm-Pizzeria aufs Haus bekommt. Grappa kann jedoch viel mehr als den Magen aufräumen. Auch wenn der Tresterschnaps in Italien ursprünglich ein eher bäuerliches und alltägliches Getränk war, sollte man die heutigen Premiumgrappas nicht mit diesen rustikalen Vorgängern in einen Topf werfen.

    Hergestellt wird Grappa aus den abgepressten Trauben der Weinproduktion. Die besten "Grappe" werden aus roten Trauben hergestellt, aber auch aus weißen Reben können exzellente Brände gewonnen werden. Die Technik des Destillierens kam in 12. Jahrhundert nach Italien und wird heute vor allem im Veneto, im Trentino und im Piemont zur Destillation des Grappas eingesetzt. Besonders verdient gemacht hat sich die Familie Marzadro aus dem Trentino. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Marzadros die ersten, die feine Grappe in Holzfässern aus Akazie, Kastanie, Kirsche oder Eiche ausbauten und damit den Grundstein für den heutigen Spitzengrappa legte.

  • Grappa von Gualco als toller Begleiter zur Zigarre

    Neben Grappas der Destillerie Marzadro, sollte man auch bei kleinen Familienbetrieben wie der Destillerie Gualco aus dem Piemont reinschnuppern. In leidenschaftlicher Handarbeit werden hier seit 1870 mit viel Gespür und Know How Grappas aus regionalen Rebsorten wie Dolcetto, Barbera und Moscato erzeugt. Sowohl junge und frische als auch in Holzfässern ausgebaute Schnäpse, sogenannte "Grappe invecchiate", verlassen die Destillerie Gualco.

    Je nachdem, welche Rebsorten zum Einsatz kommen, hat man es mit anderen Aromen zu tun. Besonders blumig und fruchtig ist beispielsweise ein Grappa aus Moscato Trauben. Das kann dann wiederum sehr gut zu bestimmten Zigarren passen.

    Grappa als Digestif

    Grappa wird in Italien traditionell als Digestif, also nach dem Essen, serviert. Da man in diesem Rahmen häufig auch Café zu sich nimmt, haben sich auch einige Varianten des Mischkonsums durchgesetzt. Der "Caffè corretto", also korrigierter Kaffee", ist ein Kaffee mit Schuss. Bei einem "Ammazzacaffè" hingegen wird der Kaffee zuerst getrunken. Anschließend spült man die Espressotasse mit einigen Tropfen Grappa aus und trinkt die so entstandene Mischung. Feinen Grappa invecchiato wie denjenigen von Gualco sollte man jedoch pur genießen oder mal zu einer rustikalen Toscanello Zigarre probieren.