• Pfeifentabak

    Die Kunst des Pfeiferauchens hat eine lange Geschichte. Sieht man vom reinen Tabakkonsum ab, gibt es Pfeifen, die zum Rauchen von Kräutermischungen, Hanf oder Opium dienten schon seit mehreren tausend Jahren. Bei den nordamerikanischen Lakota Indianern diente der Genuss einer Pfeife mitunter der Friedensstiftung. Die schmale und längliche Form der Friedenspfeife hat sich mittlerweile stark gewandelt. Die frühesten europäischen Pfeifen stammen aus dem Vereinten Königreich, dem bis heute wichtigsten Produktionsort für feine Tabakmischungen. Pfeifen gibt es in allen erdenklichen Formen und Farben. Günstige Modelle werden aus Kunststoff hergestellt. Ebenfalls günstig, jedoch heute weniger verbreitet sind Pfeifen aus Ton oder Maiskolben. Am häufigsten finden sich Rauchgeräte aus Bruyère Holz. Die wild wachsende Baumheide bietet besonders glutbeständiges Holz und ist ästhetisch ansprechend. Aber auch Glas, Metall, Porzellan und Meerschaum, ein Tonmineral, das in der Türkei, in Italien und Tansania abgebaut wird, dient zur Herstellung von Pfeifen. Das jeweilige Material hat einen entscheidenden Einfluss auf das Raucherlebnis und den Geschmack.
  • Virginia, Burley und Cavendish Pfeifentabake

    Ohne den entsprechenden Tabak ist jedoch die beste und schönste Pfeife bestenfalls ein Sammlerstück. Pfeifentabak unterscheidet sich besonders in der Herstellung von Zigarettentabak und solchem, der in Zigarren zum Einsatz kommt. Gängige Pfeifentabake sind meist eine mehr oder weniger aufwändige Mischung verschiedener Tabaksorten. Virginia ist der bekannteste und beliebteste Tabak für die Pfeife. Seine besondere Süße entwickelt er durch die Sonnenreifung der Tabakblätter, bei der viel Zucker entsteht. Virginia Tabak wird unter Wärmeeinfluss getrocknet, während der seltene und teure Orient Tabak sonnengetrocknet wird.

    Auch Latakia gehört zu den Virginia Tabaken und erhält sein torfiges Aroma durch das sogenannte fire-curing. Kentucky Tabak, der zu den dickeren und nicht süß schmeckenden Burley Tabaken gehört, wird unter Einfluss von Holzfeuer getrocknet. Selten und aufwändig herzustellen ist Perique Tabak, eine weitere Variante des Burleys. Der strenge und kräftige Perique Tabak wird in Holzfässer gepresst und reift bis zu ein Jahr lang unter regelmäßigem Aufmischen. Sogenannter Cavendish entsteht unter Zuführung von Zucker aus einer Mischung von Burley und Virginia Tabaken.

    Dänische und englische Mischungen von Rattray`s

    Elaborierte und geschmacksintensive Tabakmischungen, wie sie von dem Traditionsunternehmen Rattray`s in Umlauf gebracht werden, verlangen viel Erfahrung und Fingespitzengefühl vom Blender. Gute Mischungen werden meist von Hand hergestellt. Dabei unterscheidet man generell zwischen englischen und dänischen Mischungen. Wobei erstere weniger oder überhaupt nicht aromatisiert werden und dänische oder amerikanische Mischungen leicht bis stark aromatisiert sind. Das Herstellungsland ist für die Bezeichnung allerdings nicht entscheidend.

    Dänische Mischungen wie die Artist Collection von Rattray`s können Aromen von Ananas, Passionsfrucht, Mango, Vanille, Orange und viele mehr aufweisen. Dabei haben sie meist eine starke Raumnote. Eine englische Mischung, wie die Accountant`s Mixture von Rattray`s wird aus Latakia, Black Cavendish und Orient komponiert und betört durch ihre würzige und mittelkräftige Art. Neben der Mischung, unterscheiden sich Pfeifentabake durch Schnitt und Pressung. Sogenannter Ready Rubbed ist rauchfertig aufbereitet, während der knautschige Flake sehr stark gepresst auf den Markt kommt und viel Übung bei der Handhabe erfordert. Curly Cut wiederum wird aus Tabaksträngen geschnitten und in speziellen Öfen auf die richtige Feuchtigkeit gebracht. Auch Curly Cut erfordert ein gewisses Maß an Erfahrung. Der Loose Cut von Rattray`s hingegen lässt sich einfach und bequem handhaben und genießen.

starkezigarren.de