Was bedeutet Fermentation?

Eine Fermentation ist eine gewollte Umwandlung organischer Stoffe durch bestimmte Enzyme und gewisse Umwelteinflüsse. Sie wird in vielen Bereichen unseres Lebens eingesetzt, zum Beispiel bei der Herstellung von Sauerkraut, Tierfutter (Silage) sowie Tee oder Kaffee und eben auch bei der Herstellung von Zigarren.

Was passiert bei der Fermentation von Zigarrentabak

Nach der Ernte der Tabakblätter werden die Blätter im ersten Arbeitsschritt aufgehängt und getrocknet. Dies ist wichtig, um den Gehalt an Zucker, Stärke und Eiweiß in den Blättern zu reduzieren. Die Tabakblätter nehmen durch den Trockenvorgang bereits ihre typisch braune Farbe an. In manchen Fällen kann durch eine bestimmte Technik das Grün erhalten bleiben, aber für den Großteil der Zigarrenmarken ist der braune Farbton natürlich gewollt. Nach dem Trocknen werden die Tabakblätter in sogenannte Trockenhäuser gebracht und je nach Größe und Dicke sortiert und auf Haufen (Chargen) gestapelt. Jede Charge umfasst dabei ungefähr 1 Tonne Tabakblätter. Dieses Gewicht garantiert den erforderlichen Druck im Inneren, damit der Gärprozess beginnen kann.

 

Würde man die Tabakblätter ohne Fermentation einfach vor der Weiterverarbeitung aufhängen und trocknen, hätte die Zigarre später nicht das gewünschte Aroma und viel zu viel Nikotin. Sie wäre unbrauchbar. Daher ist die Fermentation einer der wichtigsten Arbeitsschritte bei der Herstellung einer jeden Zigarre. Im Inneren jeder Charge muss eine konstante Temperatur von 50-60°C herrschen. Die Luftfeuchtigkeit in den Trockenhäusern liegt bei ca 80%, damit die Fermentation gelingen kann. Die Temperatur im Inneren der einzelnen Chargen muss dabei ständig kontrolliert werden, denn sollte diese zu hoch ansteigen, würden die Blätter beschädigt werden und könnte sich sogar entzünden und verbrennen. Je nach der Beschaffenheit der Blätter und der Größe des Haufens dauert dieser Vorgang zwischen 30 und 50 Tagen.
 

Der Tabak wird mehrfach fermentiert

Nach dem ersten Gärvorgang werden die Tabakblätter in sogenannte Deck- und Umblätter sortiert und die Rippen vorsichtig herausgetrennt. Danach erfolgt die nächste Aufschichtung in Chargen und der nächste Gärvorgang. Nur Arbeiter mit langjähriger Erfahrung und guten Kenntnissen sind durch ständiges genaues Beobachten während der Fermentation und dem Umschichten der äußeren Blätter in das Innere der Charge in der Lage, den perfekten Zeitpunkt zu erkennen und den Vorgang genau dann zu beenden, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Bei den meisten Zigarren reicht eine zweifache Fermentation während der Herstellung aus. Die Tabakblätter jedoch, die für die berühmten Cohiba Zigarren gedacht sind, müssen sich einer dritten Fermentation unterziehen. Weitere aufwendige Arbeitsschritte in Handarbeit sind erforderlich, um die Zigarren herzustellen.

 

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