Was ist ein Tabakkäfer?

Tabak ist ein Naturprodukt. Dementsprechend hat es natürliche Feinde. Der gefürchtetste unter ihnen ist der sogenannte Tabakkäfer (Lasioderma serricorne), der ganze Tabakernten vernichten kann, aber auch nach der Herstellung der Tabakprodukte noch eine Gefahr für einzelne Zigarren oder ganze Sammlungen im Humidor werden kann.
 

Welchen Schaden verursacht der Tabakkäfer?

Die rotbraunen Nagekäfer, die etwa 2,5 mm groß werden, ernähren sich neben allerlei anderen Lebensmitteln sowohl von Tabakpflanzen als auch vom abgeernteten oder fertig verarbeiteten Tabak. Giftstoffe wie Nikotin machen ihnen nichts aus, sie können sie vollständig verarbeiten und abbauen. Neben dem Schaden durch den Fraß an sich verunreinigen die Ausscheidungen der Tiere die Tabakernte ebenso wie die Rückstände ihrer Körper.
 
Die Weibchen legen bis zu 100 Eier direkt in der Nahrung ab, aus denen sich nach einigen Tagen Larven entwickeln, die sich etwa 10 Wochen bis zu ihrer Verpuppung durch den Tabak futtern. Treten sie in fertigen Zigarren auf, entstehen im Inneren Bohrlöcher und Gänge, die den Wickel wie auch das Deckblatt zumeist unbrauchbar machen. Neben dem verlorenen Aroma wird das Zugverhalten entscheidend beeinträchtigt. Auch ganze Umverpackungen können durchfressen werden, was erhebliche Lagerschäden verursacht und den Schädling weiter im Lager oder Transportraum verbreitet.
 

Was tun bei Schädlingsbefall?

Sind auf einer Zigarre kleine Fraßlöcher erkennbar, muss schnell gehandelt werden. Die ganze Sammlung eines Humidors oder Schrankes kann befallen sein. Eine durchbohrte Zigarre ist nicht mehr zu retten, sie muss aussortiert werden. Alle anderen Zigarren müssen genau untersucht werden. Die äußerlich unbeeinträchtigten Zigarren sind meist zu retten. Kälte ist für Larven und Eier der Tabakkäfers der sichere Tod. Zunächst werden die möglicherweise befallenen Zigarren in Tiefkühlbeutel verpackt und gut verschlossen. Danach legt man sie für eine Woche in die Tiefkühltruhe oder in das Tiefkühlfach des Kühlschranks. In dieser Zeit werden die kleinen Schädlinge absterben und sich nicht weiter entwickeln können.
 
Werden die Beutel dann wieder entnommen, müssen die Zigarren unbedingt in ihnen bei Zimmertemperatur auftauen. Sonst würde die Feuchtigkeit aus den Zigarren entweichen und die Deckblätter könnten aufreißen. Humidore mit befallenen Zigarren sollten gründlich mit destiliertem Wasser gereinigt werden. Bitte keine Reinigungs- oder Desinfektionsmittel verwenden, das würde dem Holz schaden! Dann legt man auch den Humidor für einige Tage ins Gefrierfach. Nach diesen Maßnahmen lassen sich die Zigarren wieder käferfrei genießen.