Bevor es für StarkeZigarren in Leipzig ans Werk geht, bleibt nur ein kurzes Zeitfenster, um für 2026 ein neues Portfolio an Zigarren für Deutschland und internationale Märkte aufzubauen. Für den Gründer, Sebastian Gollas, bedeutet das im Oktober 2025, seine Koffer zu packen und eine ausgedehnte Reise in die Produktionsländer hochwertiger Zigarren zu organisieren. Nicaragua, Costa Rica, Kolumbien und die Dominikanische Republik stehen auf dem Reiseprogramm.
„Lust, schon wieder zu vereisen, habe ich keine mehr in diesem Jahr“ sagt Sebastian in Berlin. Seit März ist er unterwegs, im Ladengeschäft in Berlin war er 2025 kaum anzutreffen. „Niemand reist in der Regenzeit nach Mittelamerika und in der Karibik sind Hurricans angesagt“ weiß er. Normalerweise unternimmt man diese Zigarrentouren im Frühjahr.
In der Regenzeit durch Mittelamerika
Nach den letzten Events in Wittlich und Krefeld geht es von Frankfurt am Main direkt per Nachtflug nach Panama City. In Panama City kommt man gegen 2 Uhr morgens an, das ist immer unheimlich. Die Stadt wirkt jetzt wie eine Geisterstadt. Nach ein paar Stunden Schlaf und ein paar Erledigungen in der City wird die weitere Reise geplant: Da die Inhaber von Tabacos de Costa Rica erst Mitte November wieder in Puriscal sind, muss es von Nicaragua erst einmal nach Kolumbien gehen und dann zurück nach Costa Rica.

Fünf Tage mit Victor Calvo
Fünf Tage sind mit Victor Calvo in Estelí geplant. Doch von Managua geht es am Freitag zunächst an den Strand: Victor Calvo baut in Playa la Redonda an der Pazifikküste gerade sein Strandhaus. Zwei Tage Strandbesuch mit Besprechungen zwischendurch sind nach dem Aufenthalt in Panama City mehr als willkommen. Höhepunkt ist ein abendlicher Besuch bei „Rancho Santana“ einer kolonialen Finca, wo AJ Fernandez die Hochzeit mit seiner ersten Frau feierte.
Ab Montag ist dann Arbeiten in Estelí angesagt: Für StarkeZigarren geht es um die Lancierung von neuen Serien und Produkten wie der XX Viginti 20 Years. Mit dieser Limited Edition mit dunklem Deckblatt sollen zwei Jahrzehnte StarkeZigarren gefeiert werden. Darüber hinaus soll in Nicaragua das „Leipziger Nachtstück“ entstehen. Diese Sonderedition soll es ausschließlich im neuen Laden in Leipzig zu kaufen geben. Ebenso werden Klassiker der mittlerweile sehr beliebten Victor Calvo Zigarren aus dem regulären Sortiment verkostet.

Jake Wyatt Cigars und vier Tage Dengue Fieber
Am letzten Tag in Estelí kommen drei Vertreter von Jake Wyatt Cigars aus Honduras nach Nicaragua, um über die Distribution der Marke in Deutschland zu verhandeln. Mit dabei ist ehemalige Baseballprofi und Markeninhaber Neil Garcia sowie der Inhaber der Fabrik in Honduras, Roberto Argueta. Nach dem Meeting fühlt sich alles plötzlich merkwürdig an.
Schwindelgefühle, Frieren und Kopfschmerzen setzen plötzlich ein. Doch in sechs Stunden soll es über Nacht weiter nach Bogota in Kolumbien gehen. „Um halb eins in der Nacht holte mich der Fahrer ab, um mich nach Managua zu bringen. Ich fühlte mich schlecht, friere und schwitze gleichzeitig und weiß nicht, wie jetzt 13 Stunden Reise überstehen soll“, erinnert sich Sebastian Gollas.

Kolumbien ohne Party mit Bribón Cigars
Zunächst geht es nach San Salvador, von dort mitten in der Nacht weiter in die Hauptstadt Kolumbiens. Bei Avianca, die beide Flüge durchführt, gibt es nicht mal einen Tropfen Wasser zu trinken. Vor der Einreisebehörde in Kolumbien schläft der Unternehmer im Stehen ein. Mit letzter Kraft schafft er es raus dem Flughafen, wo Juan Camilo Rodriguez, der Gründer von Bribón Cigars, bereits wartet.
„Lass uns essen gehen und dann Party machen“ versucht Juan Camilo zu überzeugen. Die Lausbuben von Bribón Cigars lieben nicht nur ihre leckeren Zigarren, sondern stehen für kolumbianische Lebensfreude mit gutem Alkohol, Partyexzesse und natürlich hübschen Frauen. Kolumbien ist Genuss pur, doch nicht mit Dengue Fieber!
Nach 13 Stunden Reise fällt Sebastian Gollas ins Bett und schläft 19 Stunden durch. Einen Tag später ist die Weiterreise in die Partystadt Medellín geplant. Dort laufen Juan Camilo und Sebastian im Daunenanorak bei 28 Grad Celsius durch die Straßen. Der Schüttelfrost, die Schmerzen im ganzen Körper und das hohe Fieber zerstören alle Pläne. Erst am letzten Tag in Medellín nimmt der Spuk ein Ende. Jetzt heißt es Händler besuchen, viel Bier trinken und Zigarre rauchen. Das Leben ist zurück!

Fünf Tage Costa Rica
Nach Bogota, Medellín und Nuquí geht es über Bucaramanga und Panama City weiter nach San José. Dort holt Felipe von Tabacos de Costa Rica Sebastian vom Flughafen ab. In Puriscal, einer alten Tabakregion, steht viel Arbeit an. Sebastian war bereits im April hier und hat einen ersten Eindruck der hohen Tabakqualität erhalten. Dieses Mal geht es ans Finetuning.
Zusammen mit Felipe und Andrés probiert das Team unzählige Blends. Das Erstaunliche: Jede Zigarre schmeckt auf ihre Art fantastisch. Alle produzieren einen cremigen Rauch. Die Tabake wirken sehr ausgewogen und die Aromenvielfalt ist immens. Das sind perfekte Bedingungen, um hier in Costa Rica eine Eigenmarke zu kreieren. Das kann der Start für Aureum Cigars sein!
Ende in der Dominikanischen Republik
Die Weiterreise in die Dominikanischen Republik wirkt da wie hinfällig. Was soll in der Karibik noch Großes passieren, wenn ich bisher schon so viele tolle Zigarren entdeckt habe? Wir werden sehen, denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass jeder Besuch seine Überraschungen mit sich bringt. Negative wie positive.