Ist Zigarre rauchen schädlicher als Zigarette rauchen?

Sagen wir es klar am Anfang. Rauchen ist gesundheitsschädlich, und zwar immer, wenn Tabak im Spiel ist. Aber gibt es vernünftige medizinische Gründe, entweder Zigarren oder Zigaretten zu bevorzugen? Müssten Zigarren nicht schon wegen ihrer Größe ungesünder sein?

Zigarre rauchen - Das Krebsrisiko

Lange Zeit hielt sich die Ansicht, Zigarren seien weniger schädlich als Zigaretten. Dies sollte vor allem daher rühren, dass der Zigarrengenießer den Rauch im Mund hält, während der Zigarettenraucher ihn bis in die Lunge inhaliert. Das ist leider falsch. Denn obwohl tatsächlich das Risiko für einen mäßigen Zigarrenliebhaber gegenüber Zigarettenrauchern geringer ist, an Lungenkrebs zu erkranken, wird dies durch drohende andere Krebsarten aufgewogen. So sind Gaumen, Zunge und Zahnfleisch in viel höherem Maße Giftstoffen im Rauch ausgesetzt als beim Rauchen von Zigaretten. Auch Speiseröhrenkrebs kann für Zigarrenraucher statistisch gehäufter nachgewiesen werden gegenüber dem Zigarettenkonsumenten. Mit dem Speichel gelangen die Schadstoffe aus dem Mund dorthin. Daher sind auch der Magen/Darmtrakt und sogar die Nieren höheren Risiken durch das Rauchen von Zigarren ausgesetzt. Das Zigarre rauchen ist also nicht gesünder - es bestehen nur andere Risiken.
 
Gleichwohl ist der Umkehrschluss genauso falsch: Zigarren sind mit Blick auf Krebserkrankungen auch nicht schädlicher als Zigaretten. Durch den in der Regel häufigeren Konsum und das Inhalieren des Rauches besteht für Zigarettenraucher ein deutlich höheres Lungenkrebsrisiko. Ab und an werden auch Spekulationen laut, die Schadstoffe und Rußpartikel des verbrennenden Papieres lasse Zigaretten ungesünder erscheinen als die allein aus Tabak bestehenden Zigarren. Auch hierfür gibt es jedoch keinen wissenschaftlichen Beleg. Allein im Hinblick auf den Geschmack wird der Aficionado sein Urteil über die auf Tabak brennenden Papierblättchen schon gefällt haben.

Zigarre rauchen - Nikotingehalt

In einer handelsüblichen Zigarette sind durchschnittlich 8 mg Nikotin enthalten. Kräftige Zigarren bringen es auf einen Nicotingehalt bis zu 400 mg. Da Nikotin ein giftiges Alkaloid ist, das die verschiedenen bekannten Atemwegs-, Herz/Kreislauf- und Gefäßerkrankungen verursachen kann, wäre die Zigarre tatsächlich in dieser Hinsicht erheblich schädlicher als eine Zigarette. Allerdings kann das meiste Nikotin in der Lunge absorbiert werden. Wesentlich geringer ist seine Absorption im Mund. Raucht man seine Zigarre also genussfreudig ohne zu inhalieren, kommt man auch im Hinblick auf den deutlich höheren Nikotingehalt auf etwa das gleiche Gesundheitsrisiko wie beim Zigarettenqualm.
 
Zigarren und Zigaretten sind also nicht mehr oder weniger schädlich, sondern schaden unterschiedlich. Eine Abstufung der Gesundheitsrisiken zwischen beiden Produkten wäre nicht fundiert und damit unseriös. Dem Zigarrenliebhaber ist es in eigener Verantwortung überlassen, das Risiko des Rauchens abzuwägen. Mehr als durch Zigaretten wird er seiner Gesundheit vermutlich nicht schaden. Sehr wahrscheinlich wird er aber das bessere Geschmacks- und Kulturerlebnis erfahren.
 
Hier geht es zum Fauchbeitrag "Zigarre rauchen - wie geht das?"
 

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